
Abenteuer · Vorzeit
Vor dem ersten Gesetz
Wie lebt es sich in einer Welt vor den ersten Städten?
In den Kalksteintälern vor dreißigtausend Jahren strebt die junge Töpferin Aia nach dauerhaftem Austausch mit bisher verfeindeten Stämmen. Gegen den Willen ihres Sippenrats und im Angesicht des nahenden Winters wagt sie den Weg über das Gebirge, an ihrer Seite der wortkarge Fährtensucher Kael.
Eine Szene aus Folge 1
„Hinter dem Grat wohnen keine Brüder. Dort hausen die, deren Namen wir nicht aussprechen. Wer ihr Zeug in unsere Höhle trägt, lockt ihren Hunger mit hinein. Du teilst den Staub den Ahnen zu. Oder du schläfst außerhalb des Feuers.“
Er wandte sich ab, stapfte mit kurzen, harten Tritten in das dämmrige Innere der Höhle, wo die Glut glomm. Aia wartete, bis der Schatten seiner Gestalt von der Felswand verschluckt wurde. Dann strich sie mit der Daumenkante über den Stein. Sie teilte das Pulver. Die eine Hälfte füllte sie in die flache Hornschale für die Riten. Die andere glitt in einen Beutel aus gegerbtem Hirschmagen, den sie mit einem festen Lederstreifen zuschnürte. Sie schob den Beutel tief unter ihr Fellgewand, dorthin, wo das Leder an ihren Rippen scheuerte.


